Für Bildung und soziale Gerechtigkeit

Morgen, am 14. Januar 2009 findet in Frankfurt/Main eine Demonstration unter dem Motto

              Für Bildung und soziale Gerechtigkeit – Politikwechsel jetzt!

statt.

Start: 15.00 Uhr Nibelungenplatz.

Demonstrationen zum Römerberg ab Nibelungenplatz, Bockenheimer Warte, Südbahnhof, Kaisersack unter dem Motto:

Für gute Bildung und soziale Gerechtigkeit! Für einen Politikwechsel!

Um 17.00 Uhr folgt dann einen Kundgebung auf dem Frankfurter Römerberg.

  • Für ein gebührenfreies Studium an hessischen Hochschulen entsprechend der Hessischen Verfassung 
  • Für eine Unterrichtsgarantie, die diesen Namen verdient, mit qualifiziertem, voll ausgebildetem Personal 
  • Für eine 6jährige Mittelstufe für alle Kinder 
  • Für mehr Bildungschancen für Kinder und SchülerInnen mit Migrationshintergrund und interkulturelle Bildung für alle 
  • Für kleine Klassen 
  • Für die Rücknahme der Modularisierung des Lehramtsstudiums 
  • Für die Abkehr von allen Planungen, Schulen und Hochschulen dem privaten Markt auszusetzen

Zu der Demonstration und der abschließenden Kundgebung haben folgende Verbände und Initiativen aufgerufen:

GEW-Hessen, Landes-Asten-Konferenz Hessen, Elternbund Hessen, Landesschülervertretung Hessen, ABS, Gesamtpersonalrat der Lehrer und Lehrerinnen Frankfurt, DGB Jugend, StadtschülerInnenRat Frankfurt, AStA der Fachhochschule Frankfurt, AStA der Goethe-Universität Frankfurt, GEW Bezirksverband Frankfurt, Stadtelternbeirat Frankfurt, Stadtverbindungslehrerin, ProIGS, KAV

Weitere Informationen zur morgigen Demo und Kundgebung finden Sie hier:

GEW Bezirksverband Frankfurt
GEW Landesverband Hessen
AStA Uni Frankfurt

Die Hauptschule geht

Neuerungen im Schulsystem: Auch Bayern und Baden-Württemberg trennen sich langsam von der Hauptschule. Bundesweit soll künftig weniger „sortiert“ und individueller gelernt werden.

Zitat: Focus-online vom 02.01.2009

Das liest sich ja erst einmal gut.
Aber was folgt, ist die Frage nach dem, was stattdessen kommt, welche Alternativen es geben wird.
Alleine die Abschaffung der Hauptschule verbessert ein Schulsystem nicht. Denn die ehemaligen Hauptschüler müssen ja dann einer anderen Schulform zugeteilt werden.
In Hamburg werden das dann die Stadtteilschulen sein, die es neben dem Gymnasium geben wird.
Der Trend geht also weg von der Dreigliedrigkeit zum zweigliedrigen Schulsystem. Ob sich damit Probleme lösen lassen, wage ich zu bezweifeln.

Wichtiger wäre in erster Linie eine bessere, individuelle Förderung aller SchülerInnen – egal, welche Schule sie besuchen.

Schwierig bleibt nach wie vor, das Bildung Ländersache ist und bleiben wird.

Fallen Hauptschulen dann nicht einheitlich weg oder wird die individuelle Schuleingangsphase nur in einigen Bundesländern praktiziert, dann wird ein Umzug in ein anderes Bundesland für Eltern mit schulpflichtigen Kindern dann bald noch schwieriger.

Bleibt abzuwarten, was letztendlich wirklich umgesetzt wird und dan auch, wie die Umsetzung erfolgt.

Auf jeden Fall scheint Bewegung in das marode Schulsystem zu kommen.

Das ist schon mal ein Anfang.

 

Bildungsjahr 2008 abgerechnet

Unter diesem Titel bietet Focus-online einen Jahresrückblick über die wichtigsten Ereignisse zum Thema Bildung im nun fast abgelaufenen Jahr 2008.

Mit diesem Artikel möchte ich mich auch hier bei allen LeserInnen für ihr Interesse am virtuellen “Klasenzimmer” bedanken und wünsche
allen einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Auf ein Neues im Jahr 2009

3. Bildungspolitisches Symposium in Essen

Termin: 07. März 2009

Veranstaltungsort: Congress Center West in der Messe Essen

Thema: 

Lehrerinnen und Lehrer – Garanten für gute Schule: ausbilden, unterstützen, wertschätzen.

Moderation: Gisela Steinhauer, WDR

Anmeldung: ab sofort bis zum 25.02.2008 über das Anmeldeformular.

Der Eintritt inclusive Imbiss und Getränke ist frei.

Weitere Informationen sowie Hinweise zum Programmablauf entnehmen Sie der Webseite des Schulministeriums NRW.

 

Reaktionen zum bundesweiten Schulstreik

Heute sind bundesweit über 100.000 Schülerinnen und Schüler auf die Straße statt zur Schule gegangen, um für ein besseres Bildungssystem zu demonstrieren.
Ihre Forderungen waren bereits im Vorfeld auf vielen Flyern und Plakaten zu lesen, siehe Klassenzimmer-Artikel vom 15.10.2008.

Laut Schulaction.org war der Schulstreik ein voller Erfolg.
Auf der Homepage findet ihr/ finden Sie Berichte aus den einzelnen Städten.

Hier die ersten Presseberichte:

Die protestierenden Schüler haben recht – Zeit Online
Sonst zahlen wir eure Rente nicht – Zeit Online
Zehntausende demonstrieren für bessere Bildung – Focus Online
Schulstreik: Fast hundertausend SchülerInnen fordern (Bildungs-) Systemwechsel
100 000 bei Schulstreik – Junge Welt

Didacta 2009 in Hannover

Vom 10. bis 14. Februar 2009 findet in Hannover die Bildungsmesse “Didacta 2009″ statt.

Hannover ist damit zum dritten Mal Ausrichter der größten Bildungsmesse, die im nächsten Jahr zum zehnten Mal stattfindet.

Die Didacta ist sowohl Europas größte Fachmesse für die Bildungs­wirtschaft als auch die umfangreichste pädagogische Fortbildungsveranstaltung und hat sich mittlerweile als bildungspolitische Plattform für die gesamte Bildungsbranche etabliert.

Weitere Informationen zur Bildungsmesse Didacta 2009 in Hannover finden Sie hier und auf der Homepage der didacta e.V.

Die Bahn bietet einen besonderen Service mit ermäßigten Tarifen für BesucherInnen der Didacta 2009 an. Informationen hierzu finden Sie bei bildungsclick.de

Berliner Erklärung zur Bildungsfreiheit

Die Berliner Tagung “Konkrete Schritte zur Bildungsfreiheit” hat
am 28. Oktober 2008 eine Grundsatzerklärung, die Berliner Erklärung zur Bildungsfreiheit, verabschiedet, die folgende Punkte
beinhaltet:

1. Wir teilen die Überzeugung, dass die gegenwärtige Bildungskrise gelöst werden kann, indem Freiraum für eine Vielfalt von Bildungsmöglichkeiten geschaffen wird.

2. Diese Vielfalt umfasst alle individuellen Möglichkeiten. Dazu gehören staatliche Regelschulen verschiedener Formen, Schulen aller pädagogischen Richtungen in freier Trägerschaft inklusive Fernschulen sowie freie Bildungformen ohne Schule.

3. Jeder Mensch hat gemäß UN-Menschenrechtserklärung und UN-Kinderrechtskonvention das Recht auf Bildung. Die Art, Form, Inhalte und Ziele dieser Bildung sind individuell wählbar und selbstbestimmt.

4. Der Staat hat laut Art. 7 GG die Aufsicht über das Schulwesen. Dadurch wird unserer Überzeugung nach im Sinne der Grund- und Freiheitsrechte gemäß Art. 1-19 GG kein eigenständiger staatlicher Erziehungs- und Bildungsauftrag begründet. Die staatliche Gemeinschaft wacht darüber, das Recht auf Bildung für Menschen jeden Alters zu gewährleisten und Missbrauch zu verhindern.

5. Wir setzen uns daher gemeinsam für die Umwandlung des europaweit nur in Deutschland praktizierten Schulzwangs in ein Grundrecht auf Bildung gemäß der Punkte 1-4 ein. Wir laden alle freiheitlich gesinnten Kräfte in Deutschland und Europa ein, uns hierbei zu unterstützen.

Zitat des Netzwerkes Bildungsfreiheit:

Diese “Berliner Erklärung zur Bildungsfreiheit” steht jetzt als Grundlage für die künftige Ausrichtung und Zusammenarbeit eines Bildungsnetzwerkes zur Verfügung, das die Bildung von Kindern in der deutschen Gesellschaft nicht länger in einen eng ausgelegten staatlichen Zwangsrahmen hineingepresst sehen will, sondern Kindern und Eltern Raum für individuelle Bildungswege schaffen will. Dabei soll auch der Aufbau eines neuen Informationsportals im Internet helfen. Es soll suchenden Eltern Hilfe und Zugang zu Informationen über die Vielfalt von Bildungsmöglichkeiten verschaffen.

Oberste Priorität hat die Abschaffung der in Deutschland geltenden Schulpflicht, die dem Recht des Menschen auf Bildungsfreiheit entgegensteht.

Weitere Informationen zur Tagung am 28. Oktober 2008 in Berlin entnehmen Sie der Webseite “Netzwerk Bildungsfreiheit”